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Die öffentliche Meinung, eine Definition als FreE-Book PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Moderator   
Die öffentliche MeinungDer Begriff „Öffentliche Meinung“ beschäftigt Wissenschaftler und Denker schon seit langem. Bereits bei Sokrates finden sich erste Hinweise auf eine soziale Kontrolle innerhalb der Gesellschaft, die auf „ungeschriebenen Gesetzen“, wie Sokrates es nennt, beruht. Später greifen unter anderem John Locke, Hobbes und Rousseau diese Erscheinung in ihren Schriften auf.
 
John Locke formuliert 1690 das „Gesetz der Meinung, Mode und Reputation“, das bereits die soziale Kontrolle, beruhend auf Isolationsfurcht bzw. Konformitätszwang beschreibt. Er weist allerdings auch bereits auf andere Merkmale der öffentlichen Meinung hin. So sieht er bereits ihre große Kraft sehr deutlich, wenn er davon spricht, dass sich keine Regierung, auch keine wie damals üblich absolutistische, auf Dauer gegen die öffentliche Meinung behaupten und gegen deren Willen Regierung bleiben kann. Die „Öffentliche Meinung“ ist also geeignet, Regierungen zu stürzen.

Interessant sind auch die Betrachtungen Alexis de Tocquevilles: Er beschreibt in seinem Reisebericht über Amerika auch die in den USA weiter ausgebildete öffentliche Meinung. Er erkennt sie vor allem als (sehr starken) Konformitätsdruck – eine Sache, die er eher als negativ betrachtet. So stellt er fest, dass die öffentliche Meinung den Menschen „isoliert und wehrlos dem Einwirken der größeren Zahl aus[liefert]. “Wichtig wurden seit dem 18. Jahrhundert vor allem das Integrations- und das Elitekonzept (s. u.), wobei sich der Begriff langsam von öffentlicher Meinung im Sinne des Integrationskonzept immer mehr zu dem des Elitekonzepts wandelt. Edward Ross betrachtet öffentliche Meinung schließlich als ein Unterfall der Erscheinung „soziale Kontrolle“ und führt damit eine Spaltung des Begriffes der öffentlichen Meinung herbei: Ihre Wirkung auf den Einzelnen gilt als „soziale Kontrolle“, ihre Wirkung auf die Regierung wird „öffentliche Meinung“ genannt.  
Anhand dieser Betrachtung zeigt sich bereits ein wichtiges Merkmal öffentlicher Meinung, dass alle Theorien erklären können müssen: Öffentliche Meinung ist pankulturell. Das heißt, dass Phänomen der öffentlichen Meinung ist in allen Kulturen und auch zu allen Zeiten anzutreffen. Die Meinung an sich, z.B. pro/kontra Todesstrafe, ist aber immer an eine bestimmten Zeit und einen Ort gebunden, sie ist in der Regel nicht ohne weiteres übertragbar.

Da öffentliche Meinung scheinbar mühelos, zumindest aber unbeobachtet entsteht, wurde sie lange Zeit von der Forschung kaum beachtet. Eine gründliche Erforschung mitsamt ihren Ergebnissen blieb folglich aus. Deshalb entwickelten sich die Vorstellungen, was unter „öffentlicher Meinung“ zu verstehen sei, immer mehr auseinander. 1965 sammelte Harwood Childs ca. 40 Definitionen, die alle die öffentliche Meinung erklären wollten, in einer Veröffentlichung.4 Der Journalismus-Professor W. Phillips Davison schließlich kam 1968 sogar zu dem Schluss, dass es „keine allgemein akzeptierte Definition für öffentliche Meinung“ gibt. 
 
 
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Letzte Aktualisierung ( Friday, 20. February 2009 )
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